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Ehemalige Kita soll Flüchtlingsunterkunft werden


Sehr gut besuchte Infoveranstaltung zum geplanten Umbau der früheren Kita Lilliput
Flüchtlinge: Stimmung in Irlich insgesamt positiv

25 bis 30 Flüchtlinge sollen in die frühere Kita Lilliput der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Irlich einziehen – aber erst im kommenden Jahr. Genug Zeit, um nicht nur das Gebäude in der Brunnenstraße entsprechend umzubauen, sondern auch „Strukturen aufzubauen, die Ängste nehmen und Integration erleichtern“, wie Michael Mang befand. So jedenfalls drückte es der städtische Sozialdezernent bei einer Infoveranstaltung im übervollen Foyer der Irlicher Mehrzweckhalle aus.
Sie war, wie er weiter ausführte, bewusst zu einem frühen Zeitpunkt gewählt worden, um Transparenz zu demonstrieren. „Es sind so viele falsche Gerüchte im Umlauf. Bitte glauben Sie nur, was Sie von uns direkt hören. Wir geben alles sofort weiter“, appellierte Mang und ergänzte in diesem Zusammenhang, dass das geplante „Containerdorf“ weder in Irlich noch beim früheren THW noch auf dem Kirmesplatz gebaut wird.
Allzu viele Ängste schien es in der Irlicher Bevölkerung aber gar nicht zu geben. Lediglich zwei Bürger zeigten sich besorgt, dass nach derzeitigem Stand vor allem junge Männer aus Syrien zu erwarten sind. So äußerte eine Frau mit osteuropäischem Akzent, dass sie fürchte, ihre Töchter könnten vergewaltigt werden.
Oberbürgermeister Nikolaus Roth hielt – bei allem grundsätzlichen Verständnis für Sorgen – entgegen, dass die Polizei bei ähnlichen Veranstaltungen ausdrücklich belegt hat, dass es zu keiner signifikanten Steigerung der Kriminalität im Umfeld solcher Einrichtungen gekommen ist. „Wenn es zu Konflikten in den Einrichtungen kommt, dann liegt das an der fast unmenschlichen Situation in den Lagern“, wusste der OB. Ähnlich berichtete Sozialamtsleiter Wolfgang Hartmann, dass auch vor rund 20 Jahren viele allein reisende Männer geflüchtet seien. „Ich kenne aber in diesem Zusammenhang keinen einzigen Fall einer Vergewaltigung in Neuwied“, betonte er.
Aus dem Publikum meldete sich zusätzlich ein Bürger zu Wort, der aus seiner praktischen Erfahrung zu berichten wusste, „dass die syrischen Flüchtlinge viel mehr Angst um ihre eigenen Kinder haben als jeder hier im Raum“. Er bekam spontanen Applaus. Den erhielt auch Irlichs Ortsvorsteher Karl-Heinz Wilhelmy, der entschieden für eine Willkommenskultur warb. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft in Irlich und können uns positiv präsentieren. Es wäre toll, wenn die Syrer hinterher sagen: Irlich ist meine neue Heimat geworden“, betonte er und unterstrich: „Lasst uns positiv sein, lasst uns Irlicher sein. Wir müssen das als Chance begreifen.“
Ein Punkt, auf den zuvor auch OB Roth hingewiesen hatte. Er sprach von „großen Herausforderungen“, deren Bewältigung angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland auch eine große Chance bedeute. Schließlich handele es sich um junge, zum Teil hoch qualifizierte Menschen, die übrigens vor ihrem Einzug regis-triert und medizinisch untersucht sein werden. Wichtig sei, dass man ihnen möglichst schnell Sprachkenntnisse vermittelt und Beschäftigungsmöglichkeiten schafft. Da während der Antragsphase noch ein Arbeitsverbot für die Asylbewerber gilt, müsste nach anderen Möglichkeiten, zum Beispiel Praktika, gesucht werden. „Am schlimmsten für sie ist es, zum Nichtstun verurteilt zu sein“, berichtete der OB.
In diesem Punkt wollen sich auch die Irlicher Vereine und die Kirchengemeinde kümmern. „Die gute Struktur, die in Irlich vorhanden ist, macht es leichter“, war Dechant Thomas Darscheid sicher. Er wies außerdem darauf hin, dass die Kirchengemeinde es „als unseren christlichen Auftrag sieht, Menschen in Not aufzunehmen“. Daher habe sich der Verwaltungsrat von St. Peter und Paul entschieden, den Umbau vorzunehmen und das Gebäude für fünf Jahre an die Stadt zu vermieten.

RZ Linz, Neuwied vom Mittwoch, 7. Oktober 2015
Von Ulf Steffenfauseweh



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